Trennungsbefehl – Familien

Eines der wichtigsten Verfahren, die die Scientology Organisation verwendet, um ihre Mitglieder unter Druck zu setzen um sie zu behalten, ist die „disconnect policy“.

Die Scientology Organisation verlangt von ihren Mitgliedern sich von anderen Menschen, egal ob Familienmitglieder oder Freunde, zu trennen und alle Kontakte abzubrechen, wenn sich diese sich zum Beispiel öffentlich gegen Scientology aussprechen.

Jeder, der die Methoden von Scientology nicht befürwortet oder sich sogar gegen die Scientology-Organisation ausspricht, wird zum SP (suppressive person) ernannt. Jeder der Kontakt zu einer solchen Person hat, ist ein PTS (potential trouble source), ein „mögliche/r Unruhestifter/Ärgernisverursacher/Problemquelle“. Wenn jemand Scientology aus irgendeinem Grund verlässt, wird er meist zum SP ernannt. Als SP muss jeder, den du innerhalb der Kirche kanntest, jeglichen Kontakt zu dir abbrechen. Wenn man also die Kirche verlässt, wird man meistens jeden verlieren, der einem während seiner Zeit als Scientologe wichtig war. Und damit fast seinen ganzen Freundeskreis, weil mit der Zeit eben dieser nur mehr aus Scientologen besteht. Diese mögliche Zerstörung von Bindungen führt zur Abhängigkeit von der Scientology Organisation.

Auch wenn ein Scientologe mit einer Suppressive Person (unterdrückerische Person) verkehrt, wird er zu einer Potential Trouble Source (mögliche Problemquelle). Dies gilt es unbedingt zu vermeiden, denn kein Scientologe darf sich leichtfertig in den Einflussbereich eines Unterdrückers begeben. Deswegen schauen normale Scientologen auch keine Nachrichtensendungen an. Die Frage wie weit diese Richtlinie nicht auch (oder vor allem) dazu dient, Scientologen von der Aussenwelt (und v.a. von kritischen Medienberichten) zu isolieren, kann jeder für sich selbst beantworten.

Viele Ehen, Familien und Freundschaften zerbrechen und zerbrachen an dieser von L. Ron Hubbard verfassten Doktrin.
 
 
Jenna Miscavige Hill ist die Nichte von David Miscavige, dem momentanen Oberhaupt von Scientology. Dies ist ein Brief, den sie am 25. Januar 2008 an Karin Pouw, die offizielle Pressesprecherin von Scientology, geschickt hat.

Wie ihr wisst haben meine Eltern im Jahr 2000 offiziell die Kirche verlassen, ich war damals 16 Jahre alt. Da ich, seit ich 12 Jahre alt war, von ihnen getrennt gewesen war und seit meiner Geburt vom Glauben der Kirche überzeugt gewesen war, hatte ich mich entschieden, nicht mit ihnen zu gehen.

Es wurde mir nicht nur verboten, mit ihnen zu sprechen, sondern über ein Jahr lang durfte ich nicht ans Telefon gehen, falls sie es waren, die mich anrufen. Dieses „Gesetz“ wurde von einer Tracye Danilovich, der lokalen Verantwortlichen für das Religious Technology Center, das alle Briefe von meinen Eltern (und Freunden) unterschlug, unbarmherzig durchgeführt. Sie gab alle meine Briefe an Marc Rathbun (der damals in der Hierarchie der Kirche an zweiter Stelle stand) und Mike Rinder, der zufälligerweise der ehemalige Direktor eures Amtes, des „Office of Special Affairs“ (ihr könnt mir später dafür danken, dass ich dieses nicht näher ausführe). Erst nachdem diese die Briefe gelesen hatten und entschieden hatten, dass ich sie lesen dürfe, bekam ich die Briefe. Ich musste sie unter ihrer Beobachtung lesen und ihnen danach meine Meinung zu den Briefen sagen.

Im Alter von 16 bis 22 Jahren durfte ich einmal im Jahr, für maximal 3-4 Tage, meine Eltern besuchen, aber erst, nachdem meine Eltern mit einem Gerichtsverfahren gedroht hatten falls die Kirche mir verbieten würde, mich zu sehen, und selbst dann nur, wenn ich mich eines Sicherheits-Checks unterzog bevor ich sie sah, und sofort nachdem ich zurückkam. Ein Sicherheits-Check ist eine Befragung (für gewöhnlich darüber, ob ich vorhabe, die Kirche zu verlassen, oder um herauszufinden, ob meine Eltern irgendetwas schlechtes über die Kirche gesagt haben, etc.) bei der man an einen E-Meter angeschlossen ist, ein Gerät ähnlich wie ein Lügendetektor. Das passierte jedes Mal, wenn ich sie sah (was nie mehr als für 3 oder 4 Tage im Jahr waren).

-Jenna Miscavige Hill: Brief an die Pressesprecherin von Scientology

Quelle: http://www.xenu-directory.net

Überall im Internet findet man Berichte von Menschen, die durch die „Disconnect Policy“ von Scientology ihre Familie verloren haben. Auf Xenu-Directory.net findet ihr einige davon.

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