Vorratsdatenspeicherung

Vorratsdatenspeicherung
Unter einer Vorratsdatenspeicherung (VDS) versteht man die Speicherung personenbezogener Daten durch oder für öffentliche Stellen, ohne dass die Daten aktuell benötigt werden. Sie werden also nur für den Fall gespeichert, dass sie einmal benötigt werden sollten.
Das Gesetz verpflichtet Netzbetreiber, Telefon- und Internetverbindungsdaten sechs Monate lang zu speichern und auf gerichtliche Anordnung bei Verdacht einer schweren Straftat den Strafverfolgungsbehörden zu übermitteln. Die sogenannten Stammdaten können auch von der Staatsanwaltschaft angefordert werden
Die Vorratsdatenspeicherung ist eine Vorstufe der Telekommunikationsüberwachung und eine Verminderung der Anonymität im Internet.Die auf Vorrat zu speichernden Daten erlauben demjenigen, der auf sie Zugriff hat, weitgehende Analysen persönlicher sozialer Netzwerke. Mit Hilfe der auf Vorrat zu speichernden Daten lässt sich – ohne dass auf Kommunikationsinhalte zugegriffen wird – das Kommunikationsverhalten jedes Teilnehmers analysieren. In dem Maße, in dem die Telekommunikation zunimmt, wird die Bedeutung solcher Analysen für die Erstellung von Persönlichkeitsprofilen wachsen.

Was wird gespeichert?

  • Mails: E-Mail Adresse des Absenders und Empfängers, sowie jene IP-Adresse, die für das Routing der E-Mail zuletzt verwendet wurde. Der Zeitpunkt der Anmeldung bei einem E-Mail Dienst mit der IP Adresse.
  • Telefon: Nummer des Absender und Empfänger.
  • Internet-Surfen: Mit welcher IP du im Internet bist, bzw speichert auch der Provider der Seiten, die du besucht hast, deine IP.

Wie umgehe ich die VDS?

  • Internet: Wer beim Surfen anonym bleiben will, kann zb die kostenlose Software „Tor“ nutzen.
  • E-Mail: Nur einheimische Anbieter von E-Mail-Diensten (z.B. UPC, A1) müssen speichern, wem man wann eine Nachricht zukommen hat lassen – sofern die Anbieter als 277.000 Euro Jahresumsatz übersteigen. Nicht betroffen davon sind natürlich die größten E-Mail-Anbieter der Welt, etwa Google (Gmail), Microsoft (Hotmail) oder Yahoo, genausowenig wie deutsche Provider wie GMX. Zu berücksichtigen ist hier aber, dass eMails, die man aus diesen Accounts verschickt, empfängerseitig schon erfasst werden können, wenn der Adressat einen Provider hat, der unter die Vorratsdatenspeicherung fällt.
  • Anrufe: Möglich ist, Telefonate über ausländische VoIP-Anbieter (Handy oder Computer) wie Skype oder Vox.io abzuwickeln – dann wird nur der Verbindungsaufbau zum Internet an sich erfasst, nicht aber, wer angerufen wurde.

Probleme: Generell ist anzumerken, dass die vorgeschlagenen Dienste immer jenen nationalen Gegebenheiten ihrer Anbieter-Firmen unterliegen – US-Dienste etwa dem “Patriot Act”, der US-Behörden im Falle des Falles schnellen und einfachen Zugriff auf die Daten in einem Nutzer-Account geben. Auch ist natürlich zu berücksichtigen, dass auch österreichische Behörden Zugriff zu diesen Daten verlangen können.

Links:

https://stopp-vorratsdaten.at/

https://www.torproject.org/

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